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GOLDEN TICKET – Western States here I come !

Wo soll ich anfangen? Keine Ahnung. Der Anfang ist immer komisch. Genauso war es auch bei meinem ersten 100km Ultratrail Rennen in Malibu/USA vor fünf Tagen. Ich habe mich lange auf dieses Rennen vorbereitet. 12 Wochen mit durchschnittlich 150 km pro Woche, vielen langen Läufen – auch im Gelände – und zwei 60 km Läufen mit ordentlich Höhenmetern im Taunus. Trotzdem wusste ich nicht genau was auf mich zukommen wird. Das kann man bei Ultraläufen sowieso nie genau sagen. Die Vorbereitung kann noch so gut laufen wie sie will, was zählt ist die Verfassung am Wettkampftag. Kommt dann alles Gute zusammen, das heisst die Tagesform stimmt, mentale Stärke ist vorhanden, der Wille das Ding durchzuziehen ist da, dann wird es sicher ein guter Tag. Am Start des Rennens ist man sich dann aber immer etwas unsicher, aber das ist normal. Also nicht gross nachdenken, sondern einfach mal loslaufen war das Motto. Zeit zum nachdenken bleibt ja bei so einem langen Lauf genug. Nur negative Gedanken sollte man möglichst nicht aufkommen lassen.

Um 5:00 Uhr fiel der Startschuss. Es ging also im Dunkeln los. Die Strecke hatte ich vorher mit meinem Kumpel Max schon teilweise besichtigt und abgelaufen. Die ersten 3 km kannte ich jedoch noch nicht. Nach dem Startschuss lief ich entspannt an vierter Position hinter den ersten Drei in der Dunkelheit her. Es war ein schmaler, schöner Trail, der erst mal leicht bergab ging. Dort konnte man gut und zügig laufen. Nach ca. 3 km ging es dann durch dichtes Gestrüpp und plötzlich standen wir vor einem kleinen Fluss. Die Jungs vor mir versuchten über Steine zu hüpfen, einer von ihnen stolperte und flog fast ins Wasser. Ich bin einfach durchgerannt. Wasser bis zum Knie und nach 3 km schon klatschnasse Füsse, Schuhe und Socken. Na toll. Fängt ja gut an. Ich wusste, dass es eine Flussüberquerung geben sollte, aber nicht, dass sie so früh schon kommt. Naja, egal. Keine negativen Gedanken aufkommen lassen und weiter ging es.

Das Höhenprofil:

Siehe auch: Garmin Connect –> Florian Neuschwander oder STRAVA

Den nächsten Abschnitt kannte ich noch vom Vortag. Dort sind wir am Freitag vor dem Rennen schon mal locker hoch gelaufen. Ein kleiner Trail, der steil berghoch geht und danach in eine breitere, steile „Straße“ überging. Insgesamt ein Anstieg von ca. 6 km auf Steinen und Geröll und mit ca. 500 HM gespickt. Ein schöner Anfang und Start für ein 100 km Trail Rennen und das mit nassen Füssen. 😉 Aber mir ging es gut und ich fühlte mich fit. Nach ca. 4,5 km kamen wir auf den breiteren Weg. Dort lief ich nach Gefühl hoch und merkte nach ca. 1 km, dass mir keiner folgte. Ich fragte mich, ob es sinnvoll ist so früh im Rennen schon nach vorne zu gehen, aber eigentlich kannte ich die Antwort schon. Ich war dann eben schon in Führung und wollte einfach meinen Rhythmus laufen. Und wenn ich meinen Rhythmus vorne und alleine laufen muss, dann ist es eben so. Die anderen Jungs vielen etwas ab. Ich hab mich kein einziges mal umgedreht. Das mache ich sowieso nie. Aber ich spüre, wenn von hinten jemand herankommt oder hinter mir herläuft. Oben auf dem ersten Berg angekommen ging es wellig auf breiterem Weg weiter bis zur ersten Verpflegungsstation. Dort füllte ich meine Handhelt Bottle mit Wasser auf und lief direkt weiter. Trotz 30 sec. Stop kam niemand an mir vorbei gelaufen.

Der nächste Abschnitt war wieder ein schöner Singletrail. Im Dunkeln musste man schon aufpassen, dass man auf dem teilweise felsigen und steinigen Geläuf nicht umknickt. Aber es lief gut. Manchmal hatte ich Schiss mich zu verlaufen, weil die Markierungen „nur“ alle 500m kamen, aber im Grunde konnte das auch nicht passieren, weil man eigentlich nur auf dem Hauptweg bzw. Trail bleiben musste. Bei Sonnenaufgang war ich immer noch alleine in Führung. Ich lief wieder einen Berg hoch und sah in der Ferne die Sonne hinter den Bergen aufgehen. Das sah echt mega aus. Ich dachte an zu Hause und meine Mädels und meine Familie. Alles cool, sie sind bei mir hier auf dem Trail. Ich fühlte mich wirklich gut und lief einfach meinen Rhythmus. Die erste große und wichtige Verpflegungsstation kam dann bei Kilometer 21.

Dort konnte man seinen eigenen Dropbag abgeben um z. B. die Kopflampe abzulegen (da wurde es gerade hell) oder um schnell was anderes anzuziehen und um Gels und andere Sachen einzupacken. Mein Wechsel ging ganz flott. Lampe ausziehen, Ärmlinge ausziehen, Gels nachfüllen, Wasser nachfüllen, normale Brille aus, Sonnenbrille an und weiter ging es auf dem Trail. Da war ich immer noch in Führung. Ich hatte keine Ahnung wie weit die nächsten Läufer hinter mir waren. Ich wusste nur, dass ich unbedingt einen der ersten beiden Plätze belegen will, um dieses Golden Ticket für den Western States zu gewinnen.

Den nächsten Abschnitt kannte ich ganz genau. Den sind wir 3 Tage vorher schon einmal abgelaufen. Wieder ein sehr schöner Singletrail, der nach ca. 5 km dann auf einen breiteren Weg führte. Dort ging es dann wieder ordentlich berghoch für ca. 3 km. Oben war der höchste Punkt an einer Ranch erreicht.

Und dann kam DER Downhill. Es ging ca. 8 km nur bergab. Dort konnte ich dann rollen lassen und lief entspannt zwischen 3:39 – 4:10 min./km. Dort unten im Loch, fast wieder auf Meereshöhe war die nächste, grössere Verpflegungsstation mit Dropbag. Ich hatte mir dort 2 neue Handhelts deponiert, denn nach dieser Station begann der lange Anstieg zurück nach oben zur Ranch. Ich habe mir diesen Abschnitt vorher auf der Karte angeschaut und eigentlich sah das ganze nicht so schlimm aus. Aber als ich dann loslief und es in den kleinen Trail bergauf ging merkte ich, dass es schon ein knackiger Anstieg werden würde. Sand-Stein-Gemisch und die Temperatur war in der Zwischenzeit stark angestiegen. Es waren schon ca. 20- 22 Grad und der Trail verlief fast aussschliesslich in der Sonne nach oben. Bei 43 km ging es eine Zeit lang zwar ordentlich bergab, aber dafür wurde der direkte Anstieg danach umso steiler! Es ging dann ca. 7 km nur berghoch und dort wurde ich das erste Mal überholt. Charlie Ware lief am Berg an mir vorbei. An der nächsten Verpflegungsstation hielten wir beide an und tranken und aßen alles, was uns so in die Quere kam. Meine beiden Handhelt Bottles musste ich auch wieder komplett auffüllen, weil ich einfach nur noch am trinken war ohne Ende. Wir liefen fast zusammen über den höchsten Punkt der Strecke bei ca. 52 km. Dann ging es die gleiche Route zurück, von der wir kamen. Charlie war immer ein bisschen vor mir, aber in Sichtweite. Bei Kilometer 60 dann die nächste, wichtige Verpflegungsstation. Ich kam etwas müde an und trank erst mal eine halbe Dose Red Bull.

Ab dieser Station wollte ich eigentlich leichter und mit nur einer Handelt Bottle weiterlaufen, aber weil es so warm wurde entschied ich mich doch für die 2 Flaschen. Ich hatte auch von Anfang an einen Trinkrucksack an, aber den nutze ich nur um meine Gels, Gel Chips, Blogs und Salztabletten zu verstauen. Für mich persönlich funktionieren die Handhelt Bottles bisher deutlich besser. Trinkblasen im Rucksack oder auch Softflasks schaukeln fast immer irgendwie da rum oder nerven mich einfach. Ich verließ die 60 km Station und lief weiter. Charlie ist etwas vor mir in die Station rein, doch ist er auch vor mir raus? Da war ich mir nicht ganz sicher. Es ging in Richtung 70 km-Marke und ich fühlte mich plötzlich wieder deutlich besser als zwischen Kilometer 50 und 60. Und immer die Frage, ob ich jetzt eigentlich zweiter oder doch schon wieder erster bin!? Bei 70 km kam die nächste Station, die auch schon bei 12 km am Anfang angelaufen wurde. Dort erfuhr ich dann, dass ich in Führung lag. Da hatte ich Charlie doch mit einem schnelleren Wechsel bei Kilometer 60 überrascht.

Nach 70km, frisch gefüllten Wasserflaschen und Eis im Rucksack ging es auf die letzten 30 km. Nach einem kleinen Anstieg kam ein langer Downhill von ca. 6 km und ein flacher Teil bis zum Wendepunkt bei ca. 79 km und der nächsten Verpflegungsstation. Das Böse daran war, dass ich genau wusste, dass ich diesen Berg einfach nochmal genauso zurück laufen musste! Das Gute daran war, dass ich dann den genauen Abstand zu meinen Verfolgern abschätzen konnte! An der Verpflegungsstation gab es nochmal ordentlich Wasser, Salz und ein Red Bull um den letzten, harten Berg in Angriff zu nehmen. Ich lief aus der Station raus und der Zweitplatzierte kam erst so ca. 6 min. nach mir in die Station. Das war mir aber ziemlich egal, denn mein Hauptaugenmerk galt dem dritten Platz, denn das war derjenige, der mir das Golden Ticket noch hätte abholen können. Der Drittplatzierte kam mir dann entgegen, als ich schon fast wieder im Anstieg berghoch war. Ich hatte also schon bestimmt ca. 4 km Vorsprung auf den dritten Platz. Da wusste ich dann das erste mal, dass es tatsächlich für das Golden Ticket und meinen Start beim Western States 2018 reichen kann. 100% sicher war ich mir aber bei der Sache trotzdem noch nicht. Zuviel kann auf einer Ultra Strecke auch am Ende noch passieren. Aber mein Vorsprung war sehr komfortabel. Also entschied ich mich für eine sichere Variante: Nicht mehr Vollgas geben und versuchen den Vorsprung sicher ins Ziel zu bringen. Berghoch pratzelte die Sonne und Hitze nur so auf mich ein. Ich dachte mir nur: „Scheiss drauf, ein paar kleine, lockere Gehpausen schaden nichts.“ Also ging ich teilweise die ganz steilen Stücke locker und entspannt hoch.

Als ich dann endlich oben am Berg ankam ging es eigentlich fast nur noch bergab. Es waren nur noch ca. 14 km bis zum Ziel und mir wurde langsam bewusst, dass ich wirklich gewinnen kann. Bei Kilometer 90 gab es das letzte mal Wasser und Verpflegung und dann lies ich es locker rollen. Der letzte Downhill, den wir früh am morgen um kurz nach 5:00 Uhr schon einmal hochgelaufen sind ging ganz gut, ich schonte mich aber trotzdem noch etwas für einen eventuellen Endspurt. Man kann ja nie wissen, wer noch von hinten auftaucht! 😉 Als ich dann das zweite mal durch den Fluss rannte und es nur noch ca. 3 km bis zum Ziel waren wusste ich, dass ich das Ding gewinnen werde. Ich lief das Rennen sicher nach Hause und hatte am Ende noch ordentlich Saft in den Beinen um einen gut aussehenden Zielspurt hinzulegen! 😉 (Hehehehehe).

Im Ziel war ich überglücklich und froh, das Golden Ticket gewonnen zu haben. Trotz Vorbereitung in Kälte und Schnee, kam ich insgesamt mit der Hitze und dem Temperaturunterschied doch ganz gut zurecht. Angemeldet für den Western States (23.06.) bin ich jetzt schon. Für Alle, die dieses Rennen nicht kennen: Es ist eines der legendärsten 100 Meilen Trail Rennen der Welt und findet in Kalifornien von Squaw Valley nach Auburn statt. Es ist außerdem das älteste und erste 100 Meilen Trail Rennen der Welt. Es war schon länger ein kleiner Traum von mir dort zu starten und der geht dieses Jahr in Erfüllung. Ich hab zwar NULL AHNUNG, wie zur Hölle ich noch 60 km weiter in der Hitze von Kalifornien laufen soll, aber ich werde mich bestmöglich darauf vorbereiten und hab Bock auf die Challenge. Das wird mein erstes 100 Meilen Rennen. Das wird ein geiles Ding !

Und Zeit für ein bisschen Entspannung vor und nach dem Rennen blieb auch noch:

Jetzt bin ich ein Running Dad

Heute ist Sonntag. Schlechtes Wetter draussen. Es regnet und ist grau.

Bei dem Wetter laufe ich meistens sowieso nicht gerne, deshalb fällt es mir heute nicht schwer drin zu bleiben. Meine Kleine ist jetzt schon fast 8 Wochen alt. Sie hängt gerade in einem Tragebeutel vor mir und schläft. Die ersten 2 Wochen ging es eigentlich schon ganz gut mit laufen und Kid. Leider bin ich dann beim Gelita Trail Marathon doof auf´s Knie gestürzt und musste aussteigen. Seitdem bin ich in den letzten 4 Wochen nur sehr wenig gelaufen. Diese Woche war ich sogar nur einmal trainieren und die 3 Wochen davor auch nur jeweils 3 mal pro Woche. In so einer Phase denke ich dann aber an die guten Dinge, die das mit sich bringt. Ich musste durch das schmerzende Knie (zum Glück nichts kaputt, ’nur‘ ein Bluterguss) sowieso mein Training zurück fahren um das Knie zu schonen. Und ausserdem hatte ich dann genug Zeit meine Freundin zu unterstützen und mich um die Kleine zu kümmern. Es ist gar nicht so einfach mit der neuen Verantwortung und Aufgabe umzugehen. Bisher hat sich noch kein richtiger Rhythmus zwischen Training, Laufen, Arbeit und Papa sein eingestellt. Aber ich denke, dass wird sich in den nächsten Wochen eingrooven! 🙂 Und irgendwann gibt es dann ein schönes Baby Rennmobil und es wird am Main entlang geballert ! 🙂

Ab nächster Woche will ich wieder ins Training einsteigen. Es geht verhältnismässig locker los und wird dann jede Woche gesteigert. Immer 3 Wochen Belastung und dann eine Woche Entlastung. 13 Wochen Vorbereitung auf mein nächstes grosses Ziel:

Am 03.02.18 will ich in Malibu (bei Los Angeles) bei einem 100km Trail an den Start gehen. Dieses Rennen hat 4000 positive Höhenmeter, aber soweit ich weiss alles ganz gut laufbar. Es ist ein Golden Ticket Race, das heisst man kann sich direkt für eins meiner Traumrennen qualifizieren. Den WESTERN STATES 100. Ein 100 Meilen Rennen (160km) in Kalifornien. Es ist das älteste 100 Meilen Rennen der Welt. In dem Rennen geht es knapp 5500 HM bergauf und 7000 HM bergab. In dem Golden Ticket Race im Februar müsste ich erster oder zweiter machen um mich direkt für den Western States 100 – 2018 zu qualifizieren. Keine leichte Aufgabe, weil dort natürlich viele Top US Boys am Start sind und auch auf ein Golden Ticket hoffen. Ich will es auf jeden Fall probieren und fliege Ende Januar nach LA. In den nächsten 13 Wochen stehen bei mir im Training also viele lange, ruhige Läufe auf dem Plan und vor allem auch Höhenmeter sammeln. Es wäre für mich echt ein absoluter Traum 2018 beim Western States an der Startlinie zu stehen. Weitere Rennen, die ich im nächsten Jahr gerne machen will sind:

  • Sean O’Brien 100km Malibu
  • Wings for Life World Run
  • Rennsteig Lauf Supermarathon
  • (Western States 100)
  • Transalpine Run ODER 100 km Weltmeisterschaft ? (Mist beide Termine – gleiches Datum !)

Dazwischen wird es natürlich noch einige Aufbaurennen oder kleinere Wettkämpfe geben, aber das hier ist erst mal das Hauptprogramm, wie ich es gerne durchziehen will.

2018 will ich viel mehr Trails laufen. Mal gespannt, ob alles so klappt wie ich mir das vorstelle. Aber meistens ändert sich ja immer mal wieder was. So ist das und dann muss man eben schauen, dass man gute Alternativen findet oder einen anderen, guten Weg einschlägt. Das Ende dieser Saison 2017 hätte ich mir auch etwas besser vorgestellt, aber so ist es eben. Nach 4 Wochen wenig laufen geht es jetzt ab nächster Woche wieder ordentlich weiter.

Ich halte euch auf dem laufenden und versuche wieder öfters was schreiben.

Bis bald

Euer FLOw

Rennbericht zum Wings for Life World Run in Mailand

Endlich schaffe ich es was zu meinem Wings for Life World Run in Mailand zu schreiben.

In den letzten 2 Wochen musste ich das erst mal sacken lassen und mich ein wenig ausruhen.

Nun will ich euch erzählen, wie es mir in Mailand ergangen ist und wie ich mich vor, während und nach dem Lauf fühlte und was sonst noch so abging.

Wir sind schon Dienstags am 02.05. nach Mailand geflogen um frühzeitig da zu sein und um sich an die Stadt und das Klima zu gewöhnen.

Ich hatte ein bisschen Angst, dass es wieder so warm wie 2016 beim Wings for Life World Run in München werden könnte. Die Wetterprognose sagte für Sonntag 25 Grad und Sonne pur voraus. Aber zum Glück blieb am Wettkampftag die Hitze aus.

In Mailand stand vor dem Rennen nicht so viel auf dem Programm. Ein bisschen Sightseeing, gut essen gehen abends und ausruhen für den Wettkampf am Sonntag. So war der Plan. Jeden Abend gab es unterschiedliche Köstlichkeiten in diversen Restaurants. Wir wechselten zwischen klassischen Gerichten wie Pasta, Pizza usw. Es gab auch Steaks, Burger und dazu mal ein Bierchen und Wein. Gut essen kann man in Mailand gehen, das steht mal fest. Günstig ist es allerdings dort nicht. Egal. Vor dem Rennen muss ich ja irgendwie meine Speicher auffüllen um die nötige Power für einen Ultralauf zu tanken.

Im Gegensatz zu München 2016 war es also alles eher relaxt. Ich hatte damals in München noch ein Treffen mit meinem ganzen Run with the Flow Team vor Ort (ca. 500 Starter alleine in München) organisiert. Das war mega geil, aber natürlich auch mit etwas Stress verbunden. Dieses mal konnte ich mich voll und ganz auf das Rennen konzentrieren.

In der Woche eines wichtigen Wettkampfes trainiere ich meistens ein Tag und am darauffolgenden Tag mache ich komplett Pause. So ungefähr habe ich es auch in der Woche in Mailand getan:

MO: 15 km @3:33 min./km als letzter schnellerer Test mit den letzten 5000m in 16:20 min.

DI: —- PAUSE —- (Anreise)

MI: 10 km @4:46 min./km Sightseeing Run

DO: —- PAUSE —-

FR: 10 km @3:36 min./km noch einmal zügiger !

SA: 10 km @4:31 min./km mit 2000m zügig @3:33 min./km

SO: —- WINGS FOR LIFE WORLD RUN —-

Am Samstag vor dem Lauf habe ich morgens als erstes mal meine Verpflegung zusammen gestellt. Bei meinen letzten 2 Ultras (100 km Weltmeisterschaft und Wings for Life World Run 2016 in München) hatte ich jeweils noch nicht die richtige Ernährungsstrategie für mein Rennen gehabt. Ich dachte, ich hätte alles gut getestet, aber jedes mal gab es in irgend einer Art Probleme. Sei es Magenprobleme oder auch muskuläre Probleme und Krämpfe gegen Ende des Laufs. Dieses mal hatte ich im Vorfeld im Training alles gut ausprobiert. Ich blieb bei dieser Ernährungsstrategie:

Bei 10, 20, 30, 40, 50, 60, 70 km jeweils ein Gel mit Wasser

Bei 15, 25, 35, 45, 55, 65 km jeweils ein Iso Getränk

Bei 20, 40, 60 km jeweils eine Salztablette zusätzlich

Ausserdem Gel Chips (Marshmallows) je nach Gefühl für Zwischendurch

Ab Kilometer 60 dann auch Red Bull oder Red Bull Schorle

Das alles hat sich im Training bewährt und so war dann auch der Plan für den Wettkampf.

Ich konnte meine Sachen am Samstag dann vorher abgeben und sie wurden am Sonntag früh dann zu den offiziellen Verpflegungsstationen gebracht. Das war in Mailand echt top organisiert und alle 5 km war schon von weitem der jeweilige Verpflegungsstand anhand einer grossen Beachflag zu erkennen.

Meine Flaschen konnte ich auch schon ganz gut von weitem sehen! 😉

Nachdem ich die Flaschen dann abgegeben hatte machte ich noch ein, zwei kleine Interviews und danach traf ich meine Konkurrenten Giorgio Calcaterra, Bartosz Olszewski und Francisco Morales. Nette Jungs. Die Anspannung war aber allen schon etwas anzumerken. 😉

Die Pasta Party gab es nicht wirklich, denn es regnete Samstags nachmittags bis abends ordentlich und wie aus Eimern. Wir machten dann unsere eigene Steak + Pasta Party in einem Restaurant. Es kamen einige Freunde, die auch in Mailand mit am Start waren, was mich sehr gefreut hat.

Am Sonntag morgen war es dann endlich soweit. Der Start des Wings for Life World Runs !!!

Ich fand gut, dass der Start erst um 13:00 Uhr (wie in München) war, denn ich bin kein wirklicher Frühaufsteher! 😉

Ich fühlte mich schon vor dem Start gut und relativ relaxt. Dieses Jahr hatte ich auch wieder das grösste Run with the Flow Team weltweit am Start. Letztes Jahr waren wir mit rund 1300 Läufern schon das grösste Team (Selfie Run Team plus vor Ort Starter) und dieses Jahr war mein Team mit knapp 2700 Läufern nochmal doppelt so gross! Wahnsinn! Vielen Dank dafür an dieser Stelle! Einfach MEGA !

Unser ambitioniertes Ziel war es für den guten Zweck und Wings for Life (Stiftung für Rückenmarksforschung) nur mit meinem Team einmal um die Welt zu laufen, also mehr als 40.000km.

Mich motivierte sehr, dass so viele Leute hinter mir standen und dieses mal fühlte ich mich gut und ich wollte die „Pleite“ vom letzten Jahr auf jeden Fall wieder gut machen. Letztes Jahr war mein Ziel schon die 80 km zu knacken, aber das hatte ich weit verfehlt.

Immerhin hatte es damals noch für den nationalen Sieg gereicht. Dieses mal bin ich extra nach Mailand gereist, denn die Strecke ist dort um einiges schneller und flacher. So stand ich motiviert am Start und ES GING LOS !

Die top 4 Favoriten reihten sich alle direkt nach dem Startschuss vorne ein. Wir liefen in einer Gruppe mit noch zwei bis drei anderen Läufern. Erst einmal wurde sich etwas beobachtet. Das Tempo war von Anfang an schon relativ hoch. Ich hatte nicht gedacht, dass es direkt so zügig werden würde.

Die ersten 10 km liefen wir in knapp 37:40 min. Das Tempo fühlte sich sehr gut an. Bei 10 km gab es die erste Flasche, die ich auch schon von weitem ganz gut erkennen konnte! 😉 Es lief also. In Der Gruppe wurde sich immer wieder etwas abgewechselt. So ging das dann bis Kilometer 30.

Das Höhenprofil ist ja laut Strava leicht abschüssig und hat nur ganz wenige Höhenmeter, aber ich muss sagen, dass die ersten 30 km in der Stadt gar nicht mal so schnell sind. Man läuft gefühlt bestimmt 10 – 15 km über grobes Kopfsteinpflaster, Parkwege und um Ecken und Kanten. Da musste man sich schon gut konzentrieren um nicht umzuknicken oder zu stürzen. Später, aus der Stadt raus wurde es dann besser, aber von bergab habe ich nicht wirklich was gemerkt. Es ging später flach und lange an Kanälen vorbei.

Fransisco Morales, einer der Mitfavoriten musste dann plötzlich das erste mal aufs stille Örtchen. Er war kurz weg, kämpfte sich aber wieder ziemlich schnell ran und übernahm sofort die Führung. Ich dachte mir schon: „So schnell die Lücke nach vorne wieder zu schliessen kostet viel Kraft.“

Vor allem wie schnell er das gemacht hat. Er muss einen Kilometer dazwischen schon in 3:20 min. oder vielleicht sogar schneller gelaufen sein um wieder ranzukommen.

Ich wusste, dass das nicht gut gehen würde und vor allem machte er dann auch direkt ordentlich Dampf vorne an der Spitze. Mir war das Tempo dann auch etwas zu schnell und ich liess die 3 Jungs vorne erst einmal ein Stück laufen. Vom Gefühl her hätte ich mitgehen können, aber mir war es einfach zu riskant. Es waren erst 30 km des Rennens vorbei und das Tempo war ziemlich hoch. Also entschloss ich mich meine Pace weiterzulaufen und nicht mit den Jungs vorne mitzuballern!

Bei ca. Kilometer 38 lief ich dann auch schon auf Francisco Morales auf. Er wurde deutlich langsamer und ich lief an ihm vorbei. Ich versuchte ihn aufzumuntern und feuerte ihn an. Irgendwie ein sympathischer Typ ist er und ich hätte ihn gerne noch etwas mitgezogen, aber er war leider schon platt, wie ich es mir nach der Aufholaktion vorher schon gedacht hatte.

Ich kam in 2:39 h an der Marathon Marke vorbei. Eine gute Durchgangszeit und immer noch deutlich schneller als der Plan. Dort überholte ich dann Andreas Stöckl aus Österreich. Der junge, wilde hatte sich zwischendurch heimlich davon gemacht und lief bis Marathon vorne weg. Er feuerte mich an als ich an ihm vorbei lief und machte auch danach noch ein super Rennen!

Nach der Marathon Marke war ich dann ganz alleine unterwegs. Ich sah aber an dem langen Kanal und auf den weiten Landstrassen Giorgio Calcaterra immer noch ein paar hundert Meter vor mir. Ich lief konstant meine Pace weiter und hoffte insgeheim, dass Giorgio und der Pole Bartosz vielleicht auch etwas langsamer werden würden.

Bei mir lief es wirklich noch sehr rund. Ein ganz anderer Lauf als der Wings for Life 2015 und 2016. Die Nahrungsaufnahme klappte, ich trank genug und hatte keinerlei Probleme mit Magen, Darm oder Muskeln.

Die 50 km passierte ich in schnellen 3:06 h, was immer noch deutlich schneller war als ich geplant hatte. Giorgio war immer noch in Sichtweite. Ich konzentrierte mich auf die Nahrungsaufnahme alle 5 km, so dass ich gut bis zum Ende durchkommen konnte.

Bei 60 km war die Durchgangszeit dann immer noch so gut, dass ich mir sicher war meine Bestweite von 75 km aus dem Jahr 2015 (Damals Darmstadt) zu knacken! In Darmstadt hatte es 2015 geregnet und ich bekam schon bei Kilometer 50 Krämpfe. In Mailand war es jetzt deutlich wärmer. Die Sonne kam nach ca. 40 km raus und es wurde ziemlich warm. Aber alles noch recht angenehm und nicht so heiss wie in München 2016.

Ich hielt mir immer die 75 km vor Augen. Das war mein erstes Ziel. Ich wusste, dass ich das schaffen werde und als ich dann an dem 75 km Schild vorbei rannte fühlte ich mich richtig gut. Ich versuchte das Tempo nochmal zu erhöhen. Jetzt oder nie! Nur noch 5 km waren es bis zu der 80 km Marke! Diese wurde erst letztes Jahr zum ersten mal von Giorgio Calcaterra und dem Polen Bartosz geknackt. Und genau diese beiden Jungs lagen im Rennen jetzt noch vor mir. Nach dem Rennen erfuhr ich, dass sich der Pole von Giorgio nach ca. 50 km abgesetzt hatte. Bei ca. Kilometer 60 – 65 lief Giorgio dann wieder auf Bartosz auf und natürlich wollte jeder der beiden das Ding weltweit gewinnen. Sie pushten sich gegenseitig und die Pace hielten sie ordentlich hoch. Das war dann für mich natürlich nicht ideal. Ich lief dahinter mein eigenes Rennen und hatte „nur“ die 80 km im Blick!

Als ich dann bei ca. 77 km auf die Uhr schaute war mir klar, dass es auf jeden Fall über 80 km werden würde. Das war mein grosses Ziel für dieses Rennen und mir war dann auch egal, wer noch vor mir war. Ein Mann auf nem Motorrad sagte mir dann, dass ich noch locker 5 min. vor der Catcher Car wäre. Das reicht, das reicht !!!

Und da war es dann. Das verdammte 80 km Schild. Endlich! 😉 Ich feierte und freute mich, dass es geklappt hatte. Um ehrlich zu sein wäre ich am liebsten gleich stehen geblieben. Das Ziel war erreicht. Natürlich lief ich aber weiter! Ich drehte mich um und sah das Catcher Car immer noch nicht. Die Pace wurde etwas langsamer. Die Jungs vorne machten den Sieg unter sich aus und ich versuchte dann noch so weit wie möglich zu kommen. Kurz nach der 80 km Marke ging es dann über eine alte, sehr lange Brücke über den Fluss Po. Vor dem Rennen hatte ich meinem Kumpel gesagt, dass ich gerne den Fluss sehen würde, weil ich dann die 80 km knacken würde! So kam es dann! 😉 Ich lief über den Fluss und schaute runter aufs Wasser…

Ganz weit hinten tauchte dann auch langsam das Catcher Car auf. Ich lief weiter und versuchte noch ein paar Meter gut zu machen. Die lange Brücke wollte ich auf jeden Fall noch überqueren und das schaffte ich dann auch.

Ich war schon bei ca. 82 km. Muskulär war ich jetzt natürlich sehr müde, aber mental und vom Gefühl her war ich noch echt gut drauf. Ich konnte aber nicht mehr beschleunigen, weil die Oberschenkel doch schon ziemlich dicht waren und ich schon ein, zwei kleine Krämpfe hatte. Also lief ich das Ding so gut es ging bis zum Ende durch. Und da kam es dann von hinten. Das Catcher Car.

Ein letztes mal knautschen und noch ein paar Meter raus holen, doch dann war es vorbei.

Nach 5 Stunden und 16 min. und 83,49 Kilometern wurde ich von dem Catcher Car eingeholt. Mit dem Resultat bin ich sehr zufrieden. Vor allem, weil meine Vorbereitung wieder nicht ganz optimal verlief.

Das waren dann am Ende 83,49 Kilometer in einer Pace von 3:47 min./km.

Für die Statistiker unter euch:

Der Deutsche 6 Stunden Lauf Rekord liegt bei 89,2 km das heisst es wäre ein Deutscher Rekord über die 6 h geworden.

Der Deutsche Rekord für die 100 km liegt bei 6h 24:29 min. was ein Schnitt von 3:51 min./km bedeutet.

D.h. ich bin für 83,4 km Deutsche 100 km Rekord Pace gelaufen.

Hier könnt ihr mein Rennen einsehen:

https://www.strava.com/activities/975725476/embed/47c9deeee2ac4eee58d73580c51cd6e22f3c2342

Um diese Pace aber bis 100 km durchzuhalten muss ich noch viel trainieren und auch weiter Erfahrung sammeln. Ich bin noch ein ordentliches Stück davon entfernt, aber ich habe jetzt durch den Wings for Life World Run gesehen, dass es nicht unmöglich ist in der Zukunft einen dieser Rekorde zu brechen.

Klar, die Strecken sind immer unterschiedlich und es kommt bei Ultraläufen auch oft auf die Tagesform an, das Wetter spielt natürlich auch eine grosse Rolle und mit der Ernährung während des Rennens muss alles klappen.

Man lernt bei jedem Ultralauf neue Dinge dazu und entwickelt sich ständig weiter.

Das ist das was mich am Ultralaufen so fasziniert.

Mein RUN WITH THE FLOW Team kam am Ende mit ca. 1800 Starten auf sehr gute 32.000 km. Ich denke, dass jeder viel Spass bei der Aktion hatte und viele Freunde, Bekannte usw. sind in Gruppen mit der Wings for Life World Run App gemeinsam gelaufen. Ob in Frankfurt, München, Berlin, Hamburg, Österreich, Schweiz, Luxemburg, USA usw. usw. wir hatten denke ich alle Spass und sind am gleichen Tag, zur gleichen Zeit alle gemeinsam für den guten Zweck gelaufen. Einfach Hammer! Die Weltumrundung steht aber noch aus, vielleicht schaffen wir das dann ja nächstes Jahr, wer weiss! 😉

Ich danke euch allen sehr für eueren Support !!!

Euer

FLOw

Was gerade so abgeht

Ich bin beim Paris Marathon mit 2h 27:13 min. gut ins Ziel gekommen. Vom Gefühl her war das eigentlich ziemlich locker, aber wie schon zuvor beim Halbmarathon in Lissabon hatte ich muskuläre Probleme.

Auch 6 Tage komplette Ruhepause davor haben nicht wirklich viel gebracht.

Bis ca. 10km lief ich heute einfach mal auf eine Endzeit von 2:20:xx h an und wollte es probieren. Nach 10km musste ich mir aber eingestehen, dass das keinen Sinn macht. Die Waden waren beidseitig schon ordentlich dicht. Auch die Oberschenkel waren nicht wirklich locker.

Also entschloss ich mich das Tempo zu reduzieren und lief ab Kilometer 13 mein eigenes Rennen und ganz alleine kontrolliert zwischen 3:25 und 3:35 min./km weiter.


Das ging dann ganz gut, war aber ganz und gar nicht einfach für den Kopf.

Vor allem wenn man weiß, dass man eigentlich doch deutlich mehr drauf hat, die Muskulatur aber nicht mitspielt.

Erst beim Halbmarathon habe ich dann wieder auf die Uhr geschaut und bin mit einer 1h 11:50 min. durchgegangen.

Die zweite Hälfte lief ich dann komplett nach Gefühl durch und auf die Zwischenzeiten schaute ich so gut wie gar nicht mehr.

Mir war es dann auch ehrlich gesagt egal. Ich wollte einfach solide finishen und zog es bis zum Ende durch und war dann über die 2:27h doch auch ganz froh. 

Der Lissabon Halbmarathon vor 3 Wochen verlief sehr ähnlich, wobei ich dort im Ziel noch deutlich fertiger war als heute beim Paris Marathon.

Auch wenn es keine besonders tolle Zeit für mich war ist es denke ich wichtig für den Kopf auch schlechte Rennen zu finishen!

Es kann eben nicht immer nur die Top Leistung sein.

Jeder hat mal Phasen, wo es eben nicht so klappt wie man es gerne hätte. Trotzdem wird nicht gekniffen und man versucht sein Bestes zu geben! 

Nach schlechten Phasen kommen immer wieder gute!

Immer dranbleiben und niemals aufgeben Freunde dann wird das was! 

„To give anything less than your best is to sacrifice the gift.“


Und hier noch ein kleines Liedchen:

Bis bald.

Euer FLOw

Instagram Gewinnspiel 07.12. – 11.12.

Hallo Freunde,

Ich bin eigentlich kein so Freund von Gewinnspielen. Aber als meine Facebook Seite die 30.000 geknackt hat habe ich ausnahmsweise für euch mal ein Gewinnspiel rausgehauen.

Das gleiche mache ich jetzt noch einmal für meine Instagram Seite, denn die hat auch gerade die 30.000 er Marke erreicht.

Ich danke euch sehr, dass ihr so interessiert an meinem Sport und mir seid und ich freue mich immer wieder viele von euch bei Läufen oder sonstwo persönlich zu treffen und übers laufen oder auch andere Sachen zu schnacken. Es macht echt Spass meine Leidenschaft mit euch zu teilen.

Vom Mittwoch 07.12 – Sonntag 11.12.16 gibt es die Chance 3 geile, special Flow Pakete zu gewinnen. Die Sachen packe ich euch nach dem Gewinnspiel am Sonntag schön ein und die Überraschung geht dann auch schon ein, zwei Tage später an euch raus. Hier könnt ihr sehen was es momentan so alles in meinem Online Shop gibt: http://www.shop-with-the-flow.com

Hier die Teilnahmebedingungen und Gewinnspiel Disclaimer:

Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Instagram und wird in keiner Weise von Instagram gesponsert, unterstützt oder organisiert.

Teilnehmen können alle natürlichen und geschäftsfähigen Personen mit einem Mindestalter von 14 Jahren.
Beginn und Ende des Gewinnspiels: Von Mittwoch 07.12. bis SO 11.12. – Ende um 20:00 Uhr.

#winwiththeflow

https://instagram.com/p/BNtY6OUh3yM/

Um teilzunehmen musst du nur:

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  • Meldet sich der/die Gewinner/in innerhalb von 10 Tagen nach der Benachrichtigung nicht, so verfällt der Gewinn
  • Die Gewinne werden den Gewinnern per Post zugesandt
  • Die Teilnehmer-Daten werden nicht an Dritte weitergegeben
  • Am Ende des Gewinnspiels werde ich die 3 Gewinner am Sonntag Abend 11.12. aus einem Lostopf ziehen und die 3 Gewinner verkünden (Der Teilnehmer erklärt sich einverstanden, dass sein Instagram- Name im Fall des Gewinns auf meinem Instagram Account veröffentlicht wird)
  •  Ansprechpartner und Verantwortlicher ist alleine der Veranstalter (Florian Neuschwander) –> Kontaktmöglichkeit: Haile_flo@gmx.de
  • Durch die Teilnahme an der Aktion akzeptiert der Teilnehmer diese Teilnahmebedingungen.
    Eine Barauszahlung, Änderung oder ein Umtausch der Gewinne ist nicht möglich. Gewinnansprüche sind nicht übertragbar. Ausschließlich anwendbares Recht ist das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Erfolg!

Euer FLOw

DNF is an Option !

DNF (Did not Finish = ausgestiegen) bei 75 km. Die 100 km Weltmeisterschaft ist vorüber.

Ich war super vorbereitet. 12 Wochen habe ich auf das grosse Ziel, die 100 km WM in Spanien hin trainiert. Gestern war das Rennen nach 75 km schlagartig vorbei. Dabei lief es von Anfang an erst einmal richtig richtig gut.

Der Start um 7:00 Uhr war für mich ungewohnt früh, aber ich war gut drauf und fühlte mich top. Nach dem Startschuss lief ich erst einmal ca. 500m im Feld mit, doch dann ergriff ich direkt die Führung ohne es eigentlich zu wollen. Ich fühlte mich bei einem Schnitt von 3:48 min./km pudelwohl. Irgendwie lief niemand mit mir mit. Ich hörte auf meinen Körper und der sagte mir, dass das Tempo für mich heute das richtige ist. Also lief ich weiter. Jeder Kilometer ziemlich gleichmässig um die 3:50 min./km. Plan war vor dem Rennen eigentlich eine 3:55 min./km Pace anzulaufen. Ich hielt mich nicht richtig daran. Aber meine Beine wollten dieses Tempo laufen und kein anderes.

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Bei 5,5 km liefen dann die ersten 2 schnellen Südafrikaner an mir vorbei und grüssten mich freundlich mit „Hey Chief, what´s going on?“ Ich lächelte zurück und ließ die zwei Comrades Marathon Gewinner der letzten Jahre ziehen. Nach den 2 Jungs kamen direkt 3 weitere der Südafrikanischen Mannschaft. Im Vorfeld waren Sie schon alle als starke Mitfavoriten angekündigt worden. Die nächsten 3 liess ich auch ziehen.

Ich behielt mein Rhythmus erst einmal bei bis 30 km. Es ging richtig gut und die Beine fühlten sich top an. Aber nach der 30 km Marke dachte ich mir, ok jetzt musst du etwas rausholen. Also drosselte ich das Tempo etwas. Trotzdem war ich immer noch bei knapp 3:50 – 3:55 min./km. Ich wollte eigentlich runter auf 4:05 min./km, aber irgendwie ging das nicht.

 

Den Marathon passierte ich dann in ca. 2:42 h und die 50 km in 3:15 h was auf eine Endzeit von ca. 6:30 – 6:35 h hindeutete. Als ich die 50er Marke überquerte wusste ich, dass ich in der zweiten Hälfte eher langsamer werden würde.

Ich fing an zu rechnen. Vielleicht war das auch ein Fehler. Zu viel rechnen ist manchmal nicht gut. Ich rechnete also aus, dass ich ja einen fetten Vorsprung auf mein Minimalziel, die sub 6:40h hatte. Bei 60 km waren es immer noch gute 6 min. auf die 6:40 h.

Ich hielt das erste mal danach an der Verpflegungsstation an um mir eine Salztablette reinzuwerfen. Die hintere Oberschenkelmuskulatur und vor allem der untere Rücken machten mir jetzt schon etwas zu schaffen, aber nach einem kurzen Stop lief ich weiter.

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Bei meiner ersten 100km WM in Winschoten letztes Jahr hatte ich auch Probleme und musste 6 mal anhalten und aufs Klo, aber ich kam immer wieder sehr gut ins laufen rein. Dieses mal war irgendetwas anders. Ich fing zwar wieder an zu laufen, aber durch die Rückenprobleme lief es nicht mehr so rund wie vorher. Obwohl es fast 17 Grad warm war hatte ich irgendwie kalt. Ich lief weiter bis 65 km und blieb auch dort schon das zweite mal kurz stehen. Ich machte mir schon viele Gedanken, was ich normalerweise nicht oft tue. Wenn man 10 Runden laufen soll und bei 65 km schon denkt „Oh Mann das sind ja immer noch 3,5 Runden also 35 km“ dann wird es schwierig. Aber ich lief weiter.

Ich hatte die Hoffnung, dass es läuft wie in Winschoten, wo ich 2015 dann am Ende noch einmal richtig Gas geben konnte. Ich lief damals trotz 8 Stopps die letzten 10 km noch in 37:29 min. und wurde mit 6:49 h neunter. Das hatte ich im Hinterkopf. Ich wusste, dass ich die letzte Runde noch einmal richtig Gas geben kann wenn es zählt. Also lief ich weiter.

Bei Kilometer 70 dann der nächste Stop. Ich liess mir Wärmeöl auf den Rücken schmieren in der Hoffnung, dass die Probleme dadurch wieder verschwinden. Das Öl half aber leider nicht. Der nächste Kilometer war dann schon sehr langsam. Ich versuchte mich immer wieder zu motivieren und wieder auf ca. 4:10 – 4:15 min./km zu laufen, aber es ging einfach nix mehr.

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Bei 75 km war ich immer noch ganz knapp unter 6:40 h Pace, aber ich bekam es einfach nicht mehr hin. Ich hielt an der Verpflegungsstation erneut an und meine Betreuer versuchten mich aufzumuntern. „Auf geht´s Flo, du schaffst das“. Ich griff mir an den unteren Rücken. Es ging nix mehr. Völlige Blockade. Der Kopf spielte auch nicht mehr mit. Ich konnte mir nicht mehr vorstellen noch einmal 25 km so weiter zu machen. Blackout. Vorbei.

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Ich riss die Nummer vom Trikot ab und ging von der Strecke.

„Was mach ich hier“? „Warum bist du aus dem Rennen raus“? „War das die richtige Entscheidung“? „Was mach ich jetzt“? jede Menge Fragen schossen durch meinen Kopf.

Ich joggte runter zum Meer, zog meine Schuhe und das Trikot aus und lief ins Wasser. Es regnete. Ich ging bis zur Hüfte ins Wasser. Schaute raus aufs Meer. Ich schaltete ab.

„Es war die richtige Entscheidung“ sagte ich mir.

Und so ist es auch. Für irgendetwas war es gut. Es ist so passiert und das ist eben so. Ich muss es akzeptieren.

Klar fragt man sich, ob ich hätte weiter laufen können/sollen. ABER was bringt es? Eine Verletzung riskieren? Durchquälen bis der Körper gar nichts mehr kann? Schief, hinkend und voll am Limit ins Ziel wanken? Das ist nichts für mich. Es war die richtige Entscheidung raus zu gehen. Dieses mal.

Klar muss man sich auch mal quälen. Die Zähne zusammen beissen. Es kann und muss auch mal weh tun. Egal ob im Training oder Wettkampf. Das gehört auch einfach dazu! Ich habe den Transvulcania 2014 gefinished und bin dort die letzten 25 km komplett gewandert! Ich habe den Wings for Life World Run dieses Jahr in München erneut gewonnen, obwohl ich nach 25 km schon total platt war. Ich tat es für mein Run with the Flow Team. Es gibt Rennen, da tut es auch mal weh.

Aber es gibt auch Tage, da ist es einfach vernünftiger das Rennen zu beenden. Und das ist nicht schlimm. Das passiert jedem mal.

Und was mache ich in diesem Fall jetzt? Ich schaue voran. Es geht immer weiter. Ich filtere die positiven Dinge meines Rennens heraus und denke nicht mehr daran „was wäre passiert wenn…“ Und die positiven Dinge, die ich jetzt aus diesem Rennen gelernt habe sind:

– Es war erst mein zweiter 100 km Lauf und ich habe noch genug Zeit. Es gibt noch genug Rennen!

– Ich habe mich während dem Rennen besser ernährt und musste keine Toiletten Stops machen

– Ich muss von Anfang an etwas langsamer loslaufen. Auch wenn sich 3:50 min./km wie Jogging anfühlen.

– Wenn es kühl ist brauche ich eine Wärmecreme oder Salbe, die richtig warm macht an der Betreuer Station um die Muskulatur, die zwickt einzureiben (das hat damals in Winschoten glaube ich ganz gut geholfen)

– Ich kann beim nächsten mal auf jeden Fall deutlich unter 6:40 h laufen

– der nächste 100 km Lauf kommt auf jeden Fall und ich freue mich auf die Revanche! 🙂

Also wie ihr seht geht jedem mal so, dass er aussteigen muss. Das ist nicht schlimm. Im Gegenteil. Du musst aus dem DNF einfach die positiven Aspekte rausziehen. Man lernt immer wieder dazu. Auch ich. Obwohl ich schon 20 Jahre Leistungssport betreibe. Das Ultralaufen ist sehr speziell. Während eines Ultras kann alles passieren. Das finde ich an diesem Sport so interessant und spannend.

Ich bleibe dran und trainiere fleissig weiter. So lange bis es mal richtig abgeht. Ich habe Muskelkater heute. Vor allem im unteren Rücken und den Oberschenkeln. Jetzt ist erst einmal Pause angesagt. 2 Wochen erholen und dann geht es bald weiter. Ab Januar beginnt die neue Saison und dann wird wieder gerockt ! Ich habe auf jeden Fall schon wieder Bock ! Aber jetzt gilt erst einmal: Ruhig bleiben und die Weihnachtszeit geniessen.

DNF is an Option!

Bis bald Freunde!

Euer FLOw

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