DER LAUF INS UNGEWISSE (Tag 1)

Wie kam ich eigentlich auf die Idee von Laufen (Schweiz) nach Laufen (Deutschland an der Österreischichen Grenze) zu laufen?

Ich fuhr einmal mit dem Auto an Laufen (Grenze zu Österreich bei Salzburg) vorbei. "Ein lustiger Ortsname" dachte ich mir. Weiter auf dem Weg nach Hause fuhr ich bei Nürnberg an einem zweiten Ort namens Lauf vorbei. Da dachte ich mir: "Das wäre ja eigentlich ganz cool. Mal einen Lauf von Lauf nach Laufen." Daheim angekommen checkte ich dann direkt mal die Orte auf Google und entdeckte einen zweiten Ort names Laufen in der Schweiz bei Basel. Ich wollte natürlich direkt wissen, wie weit die 2 Orte auseinander liegen. Auf der Karte sah ich, dass die Strecke zwischen den Orten ziemlich genau die Länge der süddeutschen Grenze ist. Das sah auf jeden Fall interessant aus. Von Laufen nach Laufen laufen. Danach war die Idee einfach in meinem Kopf drin und ich wollte das unbedingt machen. Das war vor ca. 2 Jahren. Immer wieder dachte ich an die Idee und wie es wohl sein würde 550 km zu laufen. Nicht am Stück, sondern in maximal 7 Tagen. Das sind immer noch 2 Marathons am Tag. Und einige Höhenmeter sollten auch noch dazu kommen. Das Projekt stand für mich also fest und nach gefühlt ewiger Zeit war es dann am 01.10. endlich so weit und ich startete mein Lauf ins Ungewisse um 8:00 Uhr morgens in Laufen in der Schweiz.

An meinem Startpunkt standen tatsächlich 7 Läufer. Damit hätte ich eigentlich gar nicht gerechnet. Maximal mit 2- 3 Mitläufern, die mir über Social Media angedeutet hatten mitlaufen zu wollen. Es war super, dass direkt am Start einige dabei waren. Das motiviert und man unterhält sich und die Zeit vergeht wie im Flug. Die erste Etappe war mit knapp mehr als 100 km schon sehr anspruchsvoll geplant. Vor allem für das Gelände. Auf meiner Garmin Fenix 6 Pro Solar hatte ich mir die erste Etappe drauf gezogen.



Es sollten eigentlich 101 km mit 2500 HM werden. Sieht auf den ersten Blick gar nicht so schlimm aus wie ich fand. Als es dann endlich losging liefen meine 7 Mitläufer und ich erst mal ein lockeres Tempo. Naja... Ca. 5:00 min. aber es ging dann auch schon ca. 6 km nach dem Start ordentlich bergauf. Meine Route hatte ich so geplant, dass sie vorwiegend über Wege, Feldwege, Forstwege und bischen Strasse verlaufen sollte.

Direkt nach 6 km ging es dann schon auf den ersten Trail und ich dachte mir: "Ok Neuschwander, da hast du ja was tolles geplant. Ich bin gespannt wie das wohl noch weitergeht...." Die meisten meiner Mitläufer wollten versuchen bis ca. bis Halbmarathon mitzulaufen. Auf dem Weg standen immer mal wieder vereinzelt Läufer im Wald mitten im nirgendwo in der Schweiz und warteten dort auf uns. Das war echt strange, aber mega lustig und motivierend.

Bei der Halbmarathon Marke angekommen hatten wir schon fast 1000 Höhenmeter und einige Trailpassagen (teilweise auch echt bischen technisch). Dort verabschiedeten sich dann einige. Besonders krass fand ich einen Typen, der mir erzählte, dass er gerade von einer 24h Schicht bei der Feuerwehr zurückkam ohne Schlaf und dann musste er unbedingt mit mir mitlaufen. Und dann lief dieser Typ ohne Schlaf auch noch 23 km in diesem Gelände und dazu noch eine persönliche Bestweite soweit ich weiss. Einfach krass und echt stark! Unterwegs kamen wie erwähnt immer wieder Läufer dazu. Das half echt richtig! Bei der Marathon Marke konnte ich kaum glauben, dass ich schon 1700 positive Höhenmeter gesammelt hatte. PUH ! Das hätte ich nicht gedacht. Ich habe die Route selbst geplant, aber nicht ganz genau angeschaut. Ich lief halt einfach meinen Garmin Track nach. Das funktionierte auch super! Ein, zwei kleine Trails oder ähnliches übersieht man mal und läuft ein paar extra Meter und Höhenmerter, aber das ist ja nicht so tragisch. Ich dachte allerdings, dass sich die 2500 HM besser auf die ersten 100 km verteilen. Learning: Doch besser mal die Route genau anschauen vorher! ;-) Bei der Marathon Marke und 1700 HM in trailigem Gelände war dann der höchste Punkt erst mal erreicht. Nach 47 km war ich dann das erste mal alleine. Aber das war nicht schlimm, denn ich hatte bei ca. 54 km die erste grössere Pause geplant. Und bis dahin ging es nur bergab.

Bei Kilometer 54 angekommen stand meine Crew mit dem Camper da. Der Plan war hier eine Stunde Pause zu machen. Umziehen, frische und trockene Klamotten anziehen, essen und trinken. Für mich auch alles Neuland. Noch nie bin ich 100 km am Tag in 2 Etappern mit 1 Stunde Pause dazwischen gelaufen. Wie ernährt man sich in der Pause? Was bringt was? Physio? Dehnen? Alles Fragen, die ich selbst nicht beantworten konnte. Es galt einfach alles selbst auszuprobieren, dann werde ich es wohl erfahren. In der Pause gab es einen Pfefferminz Tee, Reiswaffeln, eine Banane, einen Riegel und zum Start in die zweiten 50 km des Tages ein Red Bull. Ich überlegte auch, ob ich kurz schlafen sollte, aber dann dachte ich mir, dass ich danach dann vielleicht nicht mehr in Fahrt komme also blieb ich wach. So müde und kaputt war ich auch nicht. Das ging alles ganz gut.

Nach einer Stunde Pause ging es dann weiter in Richtung Tagesziel Zürich. Und es war weiterhin eine ziemlich trailige Strecke mit ständigem auf und ab, was mir sehr gefiel, aber wo man natürlich nicht so schnell ballern kann wie auf der Strasse oder in der Ebene. Egal. Es machte sehr viel Spass auszuprobieren, wie mein Körper reagiert und was eigentlich so möglich ist. Auf der zweiten Hälfte des Tages fühlte ich mich auch immer noch sehr gut trotz all den Höhenmetern in den Beinen. Ich hatte hier und da auch wieder Läufer Begleitung, aber die meiste Zeit war jetzt eher jemand meiner Crew auf dem Rad dabei oder ich war alleine. Während des Laufs nahm ich Kohlenhydrat Getränke auf uns Gels. Abd und zu auch ein Stück Riegel oder eine halbe Banane. Das funktionierte ganz gut. Ca. 5 km vor dem Ziel beim On Headquater in Zürich kamen noch 2 Mädels dazu und begleiteten mich bis zum Schluss. Das motivierte nochmal und beim reden und quatschen vergeht die Zeit ja deutlich schneller. Ausserdem wussten die Mädels genau den Weg und so kamen wir um ca. 18:40 Uhr in Zürich an. Vor dem ON Headquater warteten auch ein paar Leute und nach dem "Zieleinlauf" gab es ein paar Snacks und was zum trinken.



Zum Glück hatte ON für mich einen Physio organisiert. Nach diesem langen, steilen ersten Tag war es sicherlich eine gute Idee die müden Beine auflockern zu lassen. Am Abend gab es ein veganes Risotto, Brot und alles andere was noch so reinging. Riegel, Banane, viel trinken. Nach der Massage versuchte ich früh zu schlafen, aber nach so einem langen Tag auf den Beinen und so einer harten Belastung kann ich oft schlecht einschlafen und habe auch nachts keinen festen Schlaf. Irgendwann klappte es dann doch endlich mit dem einschlafen. Leider war die Nacht viel zu kurz...

🏁
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7 Kommentare

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  • Thommi

    Danke Flo für die Inspiration, die dein #LaufenLaufenLaufen so gibt – plane seitdem was Ähnliches – nur kürzer. Wozu gibt’s bei Sulzburg noch einen Ortsteil mit diesem schönen Namen? :o)
    Und danke für blog Etappe 1.

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