Ich habe schon lange nichts mehr geschrieben hier. Es wird also Zeit mal ein paar neue Zeilen niederzuschreiben. Nun wohne ich am Berg. Letzten Samstag am 13.07. bin ich bei einem Trail Rennen in Reit in Winkl an den Start gegangen und davon möchte ich euch jetzt ein bischen erzählen. Die ganze letzte Woche war ich etwas erkältet, so dass ich nichts oder nur sehr wenig trainiert habe. 3 komplette Ruhetage und 2 mal war ich locker mit meiner Tochter im Baby Jogger laufen. Am Freitag fühlte ich mich aber schon besser, so dass ich den Test Trail Wettkampf am Samstag auf jeden Fall angehen wollte. Am Freitag war ich dann auch noch die Startunterlagen in Reit im Winkl abholen. Das Wetter war gut. Für den Renntag Samstag sah es laut Wetter App aber leider nicht so gut aus. Aber auf die Apps kann man sich auch nicht immer verlassen. Deshalb war ich eigentlich positiv eingestimmt. So fuhr ich dann auch am Samstag früh um 5:30 Uhr los. Und es regnete.... und zwar nicht zu knapp. Um es noch genauer zu beschreiben: Es regnete richtig hart und ohne Ende. Man Man Man... Auch bis zum Start wurde es nicht wirklich besser. Um 7:00 Uhr ging es dann los. 39km Trail mit ca. 1500 HM laut Veranstalter. Weil es so krass regnete entschloss ich mich dazu, meine Brille nicht anzuziehen. Diese habe ich normalerweise IMMER an! Naja. Gesagt getan. Ich lief ohne los. Nach 1,5 km lief ich das erste mal in die falsche Richtung. Da habe ich wohl ein Schild, einen Pfeil oder was auch immer übersehen. Oder hat an dieser Stelle jemand den Wegweiser geklaut? Wie auch immer... Ich lief ca. 800-1000m in die falsche Richtung bis ich merkte, dass keine Markierungen mehr kamen. Also bin ich einfach wieder zurück Richtung Start und bin somit direkt mal ca. 2 km extra gelaufen. Den richtigen Weg hatte ich dann zum Glück auch gefunden. Ich war dann halt auf dem letzten Platz. Was geht in so einer Situation im Kopf vor? Ich dachte mir einfach: „Ok. Ist sowieso nur ein „Testlauf“ nach 7 Wochen gutem Training, also mache ich das Beste daraus und laufe einfach weiter, egal welche Platzierung dabei an Ende herauskommt, das Ding wird jetzt durchgezogen.“ So machte ich das dann auch. Ich fing also an das Feld von hinten aufzurollen. Ich traf einige bekannte Gesichter und grüsste alle freundlich. Am ersten steilen Berg konnte ich viele überholen. Ich lief einfach mein Ding durch und es regnete und regnete. Keine idealen Bedingungen, aber beim UTMB z.B. ist auch fast immer mieses Wetter! ;-) Ich hatte nur 2 Getränkeflaschen mit Iso in meinem Rucksack. An den Verpflegungsstationen lief ich einfach vorbei um Zeit gut zu machen. Am zweiten steilen Berg wollte ich einen grossen Schluck aus der Softflask nehmen, doch bei dieser löste sich der Trinkaufsatz und das ganze Iso Zeugs spritze mir ins Gesicht. Augen verklebt. Verpeilt weiterlaufen. Egal. Es regnete ja, da wird die klebrige Sosse gleich wieder aus den Augen rausgespült! ;-) Weiter, immer weiter. Irgendwann kam ich am höchsten Punkt an. Sicht gleich Null. Strömender Regen und Wind von rechts. Ekelhaft. Jetzt drückte ich aufs Gas. Ich wollte raus aus der Kälte und schnellstmöglich ins Ziel. Dabei wird man manchmal unachtsam. So stolperte ich plötzlich und fiel mit dem rechten Oberschenkel genau auf einen dicken Stein. Autsch! Das tat weh. Ich blieb erst mal gefühlt eine Minute liegen. Dann ging es erst mal holpernd weiter. Aber nix kaputt. Also weiterballern und bloss nicht auskühlen bei dem Sch**** Wetter. Hilft ja alles nix. Ich war sowieso irgendwo im nirgendwo. Weit und breit kein Mensch. Also weiter... An der nächsten Alm bei ca. Kilometer. 29 oder so was fragte ich dann mal einen der 3 Leute die da standen auf welchem Platz ich denn gerade liege. Ich war mir da nicht sicher, aber mir wurde dann gesagt, dass ich Erster sei. Ok. Gut. Einfach weiterlaufen. Ich freute mich einfach am meisten auf die heisse Dusche nach dem Zieleinlauf. Ab Kilometer 29 ging es dann laut Streckenprofil nur noch bergab. Also lies ich es „locker“ rollen. Meinen Oberschenkel merkte ich ordentlich von Sturz, aber locker laufen ging. Nach weiteren 5 km kam ich auf die Strecke vom Anfang. Auf dem letzten Teil bog ich erneut irgendwo falsch ab. Ich traf einen Wandere und fragte, wo es hier nach Reit im Winkl Ortskern geht. Er sagte nur: „Da biste falsch mein Junge. 1 km zurück und dann bist du wieder auf der Strecke.“ Ok, was soll‘s dachte ich mir. Scheiss drauf. Bin ja gleich im Ziel. Irgendwann schaffte ich es dann tatsächlich auch. Obwohl ich schon fast nicht mehr daran geglaubt hatte. ;-) Statt 39 km hatte ich dann 44,2 km auf meiner Garmin stehen. Und lockere 200 Höhenmeter mehr. Ein gutes Training bei diesem Shitwetter und genau ein 5:00 min./km Schnitt. Und ein netter Bluterguss im Oberschenkel als Andenken ;-) Ich hoffe ich kann diese Woche wieder einen langen Lauf machen. Aber wird schon! Immer weiter, immer weiter... 

🏁
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2 Kommentare

  • Julian Werse
    Hi Flow ich bin echt baff von der Leistung für mich echt so motivierend deine Laufberichte. Es macht mir sehr viel Spaß sie zu lesen und gleichzeitig ist es für mich eine gute Motivation direkt nach dem Urlaub von Mexiko laufen zu gehen. Mein Onkel und ich werden morgen den Hugonottenlauf in Neu isenburg laufen 21km schön entspannt.

    Lg Julian Werse

    Lg Julien

  • Rainer Röthel
    Hy Flo,

    Hammerleistung, ich hab nicht schlecht gestaunt als du am Skischanzenberg an uns vorbei gedüst bist, Wahnsinn, habe mich auch einmal abgelegt und zum Glück nichts wehgetan aber das lässt sich bei den Bedingungen leider nicht vermeiden,
    Vielleicht sieht man sich mal wieder im Saarland.

    Gruß Rainer

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