Das war der Rennsteiglauf – Supermarathon 73,9 km

Früh um 3:10 Uhr klingelte der Wecker. Ich wurde abgeholt und zum Start gebracht. Dort musste ich dann noch meine Startnummer abholen, mich umziehen und so langsam mal wach werden, denn der Start des Supermarathons war um 6:00 Uhr.

Ausrüstungscheck, noch kurz einmal auf die Toilette und dann fing ich an mich ein bischen warm zu laufen. Im Startbereich war sehr viel los und die Stimmung super und ziemlich relaxt. Ich fühlte mich gut und reihte mich vorne in die erste Reihe am Start ein. Steffen Justus (Ex Profi Triathlet), der Vorjahressieger Frank Merrbach (Deutscher Meister 50 km Strasse 2018) und der Sieger des Jahres 2016 Marc Schulze waren auch am Start. Es sollte ein Rennen zwischen uns 4 werden.

Nach dem Startschuss liefen wir alle erst mal gemeinsam und locker los. Die Stimmung war top, wir unterhielten uns und liessen es eher ruhig angehen. 73 km sind doch schon lange genug und so eine Strecke will man eigentlich eher ungern komplett alleine laufen. So war ich ganz froh, dass ich nette Gesellschaft hatte. Steffen und ich kennen uns schon relativ lange, aus Zeiten wo ich am Olympiastützpunkt in Saarbrücken gewohnt hatte. Wir plauderten über frühere Zeiten und alles mögliche.

Nach ca. 15 km ging es etwas länger bergab und Steffen und Marc setzten sich etwas ab. Ich lief nicht mit und machte mein eigenes Rennen. Die Tage zuvor hatte ich viel trainiert und deshalb fühlte ich mich nicht nach einem Zwischenspurt. Es war ja auch noch eine lange Strecke bis zum Ziel in Schmiedefeld. Ich lief also alleine weiter.

Frank überholte mich auch und zwischenzeitig war ich sogar „nur“ auf Platz 5 mit ca. 7:00 Minuten Rückstand auf die Führenden Steffen und Marc. Meine Beine liefen nicht besonders locker, ich dachte das eine oder andere mal sogar ans Aufhören, aber ich pushte mich immer weiter und gerade im Hinblick auf meinen kommenden Start beim Western States 100 Miler wollte ich das Rennen als meinen letzten, langen Test unbedingt solide zu Ende laufen.

Florian Neuschwander during Red Bull Photo Acdemy 2016 in Weissenhofalm Austria on August 24, 2016

Irgendwo bei Kilometer 40- 45 zog ich dann an Frank vorbei, der Probleme mit Krämpfen hatte. Nicht lange danach lief ich auch an Steffen vorbei und versuchte ihn nochmal aufzumuntern. Er lief seinen ersten Ultra und machte ein sehr gutes Rennen. Ich dachte mir: „Ok, wenn ich jetzt schon zweiter bin, dann kann Marc auch nicht mehr allzu weit vor mir sein“. Bei Kilometer 58,3 hörte ich dann, dass ich ca. 2:30 Minuten hinter Marc sei. Das beflügelte mich und ich wusste, dass die letzten 10 km fast komplett bergab gingen. Die Beine fühlten sich jetzt plötzlich wieder deutlich besser an und ca. 2-3 km später sah ich Marc und schloss auch schnell zu ihm auf.

Bei ca. 62 km übernahm ich dann die Führung. Ich versuchte auch Marc nochmal zu motivieren und er zog das Ding auch gut bis zum Ende durch. Meine Beine liefen die letzten 10 km wie von alleine.

Motiviert durch die vielen Zuschauer, die schöne Strecke durch den Thüringer Wald und auch durch die ganzen Walker, die mich alle krass anfeuerten lief ich dem Ziel entgegen. Die letzten Kilometer alle zwischen 3:25 und 3:45 min. rollte es sehr gut.

Auf der Zielgeraden war ich dann sehr froh und erleichtert es doch noch geschafft zu haben diesen legendären Lauf zu gewinnen. Der Zieleinlauf war wirklich einzigartig. Die Zuschauer rasteten aus (nicht nur bei mir) und prüllten wirklich alle Läufer ins Ziel. Nicht nur im Ziel war die Stimmung grandios, auch abends bei der After Party im Zelt in Schmiedefeld ging ordentlich die Post ab. Nicht meine Musik, die da lief, aber ich habe trotzdem selten so eine Party nach einem Lauf gesehen.

Vielen Dank für diesen schönen Tag und die Erlebnisse. Danke nochmals an die Streckenposten, die tolle Orga, die Zuschauer und Glückwunsch an alle Läufer, Walker und Finisher. Ich hoffe ihr habt euch schon wieder gut erholt. Ob ich wiederkomme? Wenn ich nicht gerade woanders am #ballern bin, sehr sehr gerne! 🙂

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