Hawaii 2015

Es ist der 29.12.15 um 23:34 Uhr. Ich bin noch nicht so müde, also setze ich mich mal hin und schreibe euch ein paar meiner Erlebnisse von meinem Hawaii Trip nieder. Vorher kam ich noch nicht dazu. Also jetzt….

Wie kam ich dazu überhaupt auf Hawaii zu rennen? Ich gewann Anfang des Jahres einen Xterra Traillauf in Luxemburg. Der erste Preis war ein Startplatz für die Xterra Trailrunning Weltmeisterschaft auf Hawaii. Ja ganz toll. Hawaii klingt super, aber das teuere ist doch der Flug und das Hotel und überhaupt dachte ich mir…. naja… aber es war irgendwie direkt klar, dass ich unbedingt da hin muss!

Nach einem für mich erfolgreichen Jahr kamen ein paar neue Sponsoren hinzu und somit konnte ich mir den Trip nach Hawaii doch tatsächlich leisten. Ich war begeistert!

Also ging es Ende November los. Nach Hawaii fliegt man ja ne ganze Ecke. Also musste ich früh genug losfliegen um mich auch an die Temperatur und die Zeitdifferenz zu gewöhnen!

Es ging von Frankfurt nach Calgary (Kanada), von dort weiter nach Vancouver (Kanada) und dann endlich nach Honolulu, Hawaii.

Vom Flughafen ging es dann mit dem Mietwagen zum Hotel. Insgesamt war ich knapp 25-26 h unterwegs bis ich im Hotel ankam.

Dann erst mal schlafen.

Am nächsten morgen ging es dann direkt raus um die Gegend zu erkunden. Einen lockeren 10 km Lauf entlang am Meer dachte ich mir.

Von Jetlag war eigentlich nicht viel zu spüren und so rannte ich direkt im 3:35 min./km Schnitt los. Voll motiviert durch die Sonne, die Wärme und das Meer. Einfach schön.

Ich beendete meinen ersten 10 km Lauf durch Honolulu in knapp über 35 min.! 😉 Ganz ordentlich nach dem langen Flug.

Nach dem ersten Läufchen ging ich natürlich ans Meer. Einfach die Seele baumeln lassen und am Wasser chillen. Einfach nix machen. Das tat gut.

Nachmittags holte mich ein Trailrunner am Hotel ab, den ich bei Instagram kennengelernt hatte. Er wollte mir einen geilen Trail in der Nähe der Stadt zeigen. Wir fuhren los. Ein netter Typ. Wir plauderten übers laufen und auch über andere Dinge. Am Trail angekommen sah der Berg vor mir schon ziemlich steil aus. Es ging auf nur 3,4 km insgesamt 520 HM nur bergauf. Steil ! Klitschig und nass. Durch Regenwald mit vielen Wurzeln. Scheisse zu laufen! Aber es hat Spass gemacht. Den Trail hätte ich sicher nie gefunden. Sehr versteckt ! Oben angekommen war die Aussicht echt genial. Wir kamen vor dem dunkeln wieder am Auto an. Sam brachte mich heim und ich erzählte ihm noch von meinem Vorhaben den Honolulu Marathon nach der Trailrunning WM zu rennen.

Am Mittwoch lief ich morgens etwas später los. Nach einem Clif Bar und einem Kaffee, den ich mir in meinem Zimmer selbst gemacht hatte ging es dann los. Ich wollte wieder 10 km etwas zügiger laufen.

10 km auf der Honolulu Marathon Strecke. Darin ein Hügel am Diamond Head vorbei auf der Strasse. Da geht es ca. 1,5 km berghoch. Mein Tempo war auch schon von Anfang an recht zügig. Ungeplant! 3:19 und 3:17 min. die ersten 2 km. Flott ! Am Ende stand eine 32:45 min. da! 😉

Dazwischen immer wieder mal ein Tag Pause.

Longboarden am Waikiki Beach.

Ich fuhr auch hoch zur North Shore. Da fand ein Vans Surf Contest statt. Die Wellen waren sehr ordentlich. Jeder nicht so gute Schwimmer würde da ersaufen glaube ich! 😉 Dieser Teil der Insel Oahu ist eher ruhiger. Nicht so viele Touristen wie in Honolulu. Deutlich entspannter und relaxter. Das mag ich!

3 mal fuhr ich insgesamt an die North Shore. Bei Ted´s Bakery muss man vorbei schauen. Die haben Hammer Kuchen, Croissants, Kaffee und alles mögliche! 😉

Am Sonntag 06.12. fand die Xterra Trailrunning Weltmeisterschaft auf dem Gelände der Kualoa Ranch statt. Dort wurden Kinofilme wie Jurassic Park oder auch Pearl Harbour gedreht. Sonst finden dort keine Laufveranstaltungen statt, aber für die WM gibt es da anscheinend eine Ausnahmegenehmigung.

Vor dem Lauf gab es zwei heftige Wolkenbrüche und danach war alles ordentlich nass. Kurz vor dem Start hörte es zum Glück auf zu regnen. Ca. 1500 Teilnehmer standen am Start. Nach einem Riesen Knall aus einer Kanone ging es los. Ich reihte mich sofort vorne ein und lies den Vorjahressieger erst mal laufen. Nach einem kleinen Bergabstück ging es direkt ca. 1 km lang berghoch. Dort zog Patrick Smythe auch schon weg. Der Typ kann rennen das wusste ich. Er hat eine 62er Halbmarathonzeit stehen und wurde dieses Jahr Berglaufmeister der USA. Und die Strecke hier auf Hawaii kannte er auch in uns auswendig. Also lies ich es erst mal ruhig angehen. Bis ca. 5 km war ich auf dem 2. Platz. Aber ich fühlte mich nicht besonders gut. Ich wurde dann von dem späteren zweiten, einem Neuseeländer überholt. Nach 10 km überholte mich dann der spätere Dritte, ein Engländer. Den 4. Platz konnte ich dann bis ins Ziel halten.

Die Strecke hatte es ordentlich in sich und ich kam mit der schwülen Hitze an diesem Tag nicht so gut zurecht. Bei 16 km ging es ca. 2 km steil berghoch. Oben angelangt ging es direkt ca. 500m auf mega schmalem, mit Kniehohem Matsch gefüllten Weg steil bergab. Laufen nicht möglich. Eher auf dem Arsch rutschen! 😉 Nach dem Bud Mud Slide ging es dann leicht abfallend ins Ziel. Mit dem 4. Platz war ich nicht ganz zufrieden, aber ein paar Stunden später war das auch schon wieder vergessen und ich hing noch ein bisschen mit dem zweit- und drittplatzierten ab.

Die WM war schon vorbei.

Danach stand erst mal wieder chillen auf dem Plan! 😉

Am Tag nach der WM traf ich den Zweitplatzierten Daniel und machte mit ihm noch eine nette Tour mit dem Mietwagen um die Insel Oahu. Wieder zur North Shore und später noch ein kurzer Hike. Wir waren bestens ausgerüstet für den kurzen, aber knackigen Hike. Flip Flops und kein Anti Mückenspray. Keine gute Idee! 😉 Aber die Aussicht oben war dann doch so schön, dass wir froh waren da rauf geklettert zu sein. Am Abend ging es dann noch in den Whirlpool meines Hotels. Bisschen tauchen und so.

Sonst hab ich eigentlich gar nicht so viel gemacht. Meistens ging ich morgens an den Strand und hing einfach ab. Abends gab es dann oft Burger und Bier bei Cheeseburgers in Paradise. Mein Stamm Restaurant direkt am Meer! Sehr zu empfehlen falls ihr mal dort sein solltet 😉

Ich musste für den Honolulu Marathon noch mein Flug umbuchen und ein neues Hotel für 2 weitere Nächte organisieren. Nach 2 Tagen hin und her und telefonieren hat es dann am Ende doch mit der Umbuchung geklappt. Dann war ich froh. Dem spontanen Marathon Start stand jetzt nichts mehr im Wege.

Ich hatte wie gesagt keinen Marathon geplant und mich überhaupt nicht da drauf vorbereitet. Eher durch Zufall hatte ich gesehen, dass der Honolulu Marathon ja nur 2 Tage nachdem ich nach Hause fliegen sollte stattfindet. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Wenn man schon mal da ist! 😉

Direkt Mittwochs ging ich schon meine Startunterlagen holen. ich hatte vorher mit dem Renndirektor geschrieben. Er hatte mir einen Freistart versprochen. Das lief alles super und entspannt ab und die Jungs waren froh, dass ich mitlaufen wollte. Ich wurde sogar noch auf einen nette kleine Party für die Elite Läufer und die Orga am Freitag Abend eingeladen. In einer Top Location gab es lecker essen und alles 4 free! 😉

Bis zum Renntag machte ich noch ein paar kleinere Touren, wie z.B. diese hier:

Und am Sonntag morgen was es dann soweit. MARATHON. Ich konnte zum Glück schon früh um 3:15 Uhr mit den Elite Läufern aus Kenia in einem Shuttle direkt zum Start fahren. Auf den Strassen war schon einiges los. Tausende Japaner überall. Beim Honolulu Marathon waren 32.000 Läufer gemeldet und der grösste Teil davon kam aus Japan.

Am Start angekommen hatten wir unser eigenes Zelt in der Nähe des Starts. Um kurz nach 4 Uhr morgens fingen die Kenianer dann an sich „warmzulaufen“. Ich folgte unauffällig im 5:30 er Schnitt. Nach 2 km war ich schon nass geschwitzt, obwohl ich schon mein dünnes Rennsinglet anhatte. Wahnsinn. Was für eine Luftfeuchtigkeit! Was sollte das werden? Ich war mir nicht sicher was ich bei solchen Temperaturen und dem welligen Kurs anlaufen sollte. Naja… Dann einfach mal wie schon vorher überlegt eine 3:30 min./km anlaufen.

um 4:45 Uhr wurden wir zum Start begleitet. 30.000 Läufer standen schon da. Wir stellten uns davor. Die Stimmung war ausgelassen und genial.

5:00 Uhr: Startfeuerwerk ! Krass! Ein mega Feuerwerk am Start. Auch mal was neues!

Nach 1 km war ich auf Platz 60 oder so… Viele viele Läufer vor mir. Einige Tempomacher, aber auch noch einige Frauen… Krass… wussten die nicht, dass das hier ein Marathon ist? Oder was ging ab?

Ich lief ziemlich genau 3:30 er Kilometer Zeiten. So richtig toll fühlte ich mich noch nicht, aber ich konnte das Tempo halten. Bei Kilometer 10 stimmte die Zeit. Alles im grünen Bereich. Über Ernährung und all den Kram hatte ich mir im Vorfeld keine Gedanken gemacht. Ich wusste nur, dass ich das hole was es eben so auf der Strecke gibt. Also Wasser und Gatorade. Mehr nicht. Ich hatte ja keine andere Wahl. Mal einfach auf Gels verzichten und sehen was passiert. 😉

Bei ca. 12 km kam der Berg beim Diamond Head. Den kannte ich schon. Da hatte ich doch die Tage zuvor das Strava Segment um 1 Sekunde verpasst! Ich dachte mir nur: „So, das hole ich mir jetzt“ und zog den Berg hoch das Tempo etwas an. Da schnappte ich mir dann auch noch 2 weitere Läufer und den begehrten Strava Rekord für diesen Abschnitt! 😉

Danach ging es Richtung Highway. Ich war alleine auf weiter Flur. Es war dunkel. Die Zeit verging dadurch irgendwie richtig schnell. So toll fühlte ich mich immer noch nicht. Klar. ich war ja auch schon fast beim Halbmarathon angekommen. Vor mir zwei schnelle Japaner. An die beiden pirschte ich mich Schritt für Schritt ran. Also ich sie dann bei ca. 24 km eingeholt hatte zog ich direkt vorbei. Einer der beiden versuchte noch mitzugehen, aber ich konnte ihn nach 2- 3 km abschütteln.

Jetzt war ich schon bei 29 km. Etwas weiter vorne sah ich Blaulicht. Ich wusste, dass das die Kenianer Mädels sein müssen. Also drückte ich nochmal etwas und kam auch recht zügig ran. Es war die Führungsgruppe der Frauen. Noch 3 Kenianerinnen im Rennen um die 40.000 Dollar. Eine beachtliche Summe für den Sieg hier in Honolulu.

Ich zog an den Mädels vorbei.

Bei 35 km war ich ein gutes Stück vor den Mädels und hatte den nächsten Japaner vor mir. Auch ein schneller Mann. Mit ihm battelte ich mich dann 2 – 3 km. Bei 38 km ging es dann wieder bergan am Diamond Head vorbei. Da konnte ich den Japaner stehen lassen. Auf der Gegenseite kamen mir tausende Marathonis entgegen. Jeder feuerte mich an wie verrückt. Die Stimmung war echt super!

Bei Kilometer 40 hatte ich das schlimmste überstanden. Den Abschnitt kannte ich schon auswendig. Jetzt ging es nur noch knapp 1 km bergab und 1 km flach ins Ziel. Also nochmal anziehen.

Auf der Zielgeraden schaute ich mich dann um. Keiner direkt hinter mir. Sehr gut. Meine Platzierung wusste ich bis dahin noch nicht so genau. Im Ziel angekommen sah ich die Zeit. 2h 27:58 min. Krass! Damit hätte ich eigentlich nicht gerechnet! Für diesen welligen Kurs, ohne grosse Marathon Vorbereitung und die Wärme kann ich echt zufrieden sein! Bierchen im Whirlpool verdient! 😉

Nach dem Zieleinlauf ging es dann ins Hotel direkt um die Ecke. Das Zimmer konnte ich noch bis abends behalten. Ein letzter Tag am Meer, relaxen und dann ging es auch schon wieder nach Hause. Hawaii war ein ganz netter Trip! 🙂 Vielleicht renne ich irgendwann wieder dort!

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