Man muss nicht immer schneller sein als die andern…

„Man muss nicht immer ankommen, man muss nicht immer schneller sein als die andern“ …

Dieses Liedchen von dem talentierten Dave De Bourg aus Koblenz beinhaltet viel wahres !

Ich mag den Song sehr !

So war das gestern. ABER immerhin: Angekommen bin ich ! 😉 Wenn auch lange nicht so schnell wie gewollt. Es kann halt nicht immer super laufen.

Jetzt aber mal die Geschichte von Anfang an.

Am Samstag trafen sich die ASICS Frontrunner auf der Messe um 12 Uhr. Vorher war ich noch auf dem technical Meeting und hörte dort, dass die Spitzengruppe der Frauen Pacemaker für 1:10:00 h (HM) haben werden.

Super Sache dachte ich mir. Das passt doch perfekt. Torsten Graw, auch ein ASICS Frontrunner war mit mir im Hotel und hatte vor einen guten Trainingslauf zu machen und so weit in dem Tempo mitzulaufen wie es geht.

Ich war motiviert und am Sonntag morgen eigentlich noch ganz positiv eingestimmt.

Vor dem Start traf ich noch viele Leute, die ich kenne und die Stimmung im Startbereich war einfach super.

Um 10:00 Uhr knallte es und alle rannten los. Ich fand mein Tempo von Anfang an und hielt mich erst einmal an die Spitzengruppe der Frauen.

Diese wurde nach ca. 3 – 4 km schon etwas langsamer. Torsten Graw übernahm dann das Tempo und wir pendelten uns knapp bei 3:20 min./km ein.

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Eigentlich perfekt.

Bei Kilometer 10 merkte ich schon, dass es heute keine Bestzeit wird.

Irgendwie lief es einfach alles andere als rund. Torsten musste immer ein wenig auf mich warten und die Muskulatur war irgendwie nicht locker und ich hatte das Gefühl nicht vom Fleck zu kommen.

Irgendwie keine Energie. Ich konnte mir das auch nicht erklären.

Naja… ich versuchte das Tempo einigermassen zu halten und wir waren zeitweise ca. 20- 30 sec. vor der Frauen Spitzengruppe.

Bei Kilometer 20 kamen die Pacemaker mit den Frauen im Schlepptau dann von hinten angerannt.

Die Halbmarathonzeit war mit 1 h 10:39 min. noch ganz passabel und ich versuchte noch an der Gruppe dranzubleiben. Aber leider keine Chance.

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Nach 23 km kam schon der erste Gedanke: Soll ich aufhören? Wenn ja, wann?

Ich lief erst mal weiter und dachte mir, dass es scheisse ist auszusteigen. Die Zeit war schon lange futsch, aber es warteten so viele Leute (viele von euch) an der Strecke, die mich gerne sehen wollten, also war für mich Aussteigen keine Option !

Ich kämpfte mich weiter durch. Wurde immer langsamer und die Beine schwerer und schwerer.

Vor meiner Haustür in Nied angekommen hielt ich das erste mal kurz bei unserem WG Fanblock an! 🙂 Dann überholte mich auch noch die zweite Frauengruppe und auch dort konnte ich leider nicht mehr mithalten. Akku total leer !

Bei 30 km kam wieder der Gedanke auszusteigen. Ich zog den Lauf trotzdem weiter durch. Bei 35 km dachte ich mir dann nur, dass ich jetzt einfach durchlaufen muss. Egal was für eine Zeit rauskommt. Kneifen gibts nicht ! Das nächste mal wird’s wieder besser! Und in die Festhalle wollte ich auch unbedingt einlaufen! Auch wenn nicht ganz so glücklich! 😉

Bei ca. 36 km kam dann auch noch der erste Krampf. Obwohl ich jetzt fast nur noch 4:00 min./km lief.

An jeder Getränkestation hielt ich an, trank 2 Wasser und ein Cola und lief wieder weiter.

Das ganze dann bestimmt drei oder viermal. Nur noch finishen war mein Motto !

Bei 42 km wollte ich dann noch einmal einen schönen Spurt in die Festhalle anziehen und dann bekam ich auch da noch den zweiten Krampf. Na toll. Aber alles egal. Ich kam wenigstens noch unter 2:30 h in die Halle rein und bin echt froh, dass ich das durchgezogen habe. Auch wenn ich ganz weit an meinem Ziel vorbeigeschossen bin. Aber auch das gehört dazu. Man muss auch mit so einer Niederlage klar kommen.

Ich bin auf jeden Fall positiv eingestimmt und freue mich auf das nächste Rennen. Aber erstmal habe ich mir eine Pause verdient. 😉

Glückwunsch noch an Julian Flügel (auch ASICS Frontrunner), der eine super 2h 14:20 min. gerannt ist.

Und Arne Gabius hat ja mal richtig einen rausgehauen! Brutal ! Wenn ich das Tempo mal im Halbmarathon laufen könnte wäre ich sehr zufrieden!

„Man muss nicht immer ankommen, man muss nicht immer schneller sein als die andern“ …

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Ich danke hier nochmals ALLEN, die mitgefiebert und Daumen gedrückt haben! VIELEN DANK AN EUCH ! Das nächste mal wird´s wieder besser! 😉

Bis bald Freunde !

Liebe Grüsse

Euer FLOw

38 Kommentare

  • Keep Calm and #runhappy!

  • Hey Flo,
    schön dass Du durchgehalten hast und bis zuletzt gekämpft hast! Aussteigen ist ein süßes Gift. Der nächste wird wieder besser. Das Potential hast Du ja und hier in FFM beste Voraussetzungen. 2015 wird dein Jahr. Außerdem warst Du immerhin als die beste deutsche Frau 😉
    Ich bin mit einer 3:00:xx reingekommen und damit knapp an der sub3 gescheitert. Bin auch nicht wirklich glücklich damit. Aber mit 49 Wochenkilometern die letzten 10 Wochen kann ich mich nicht beschweren. Beim nächsten Mal muss es mal mit dem Bierchen klappen. Aber das ungenießbare Clausthaler und Kinderweizen waren auch nix…
    Wünsche gute Regeneration!

    • Hey. Vielen Dank. SCHADE, dass dir nur so wenig gefehlt hat. Aber dann weisst du, dass du es das nächste mal mit ein paar Kilometern mehr auf jeden Fall schaffst ! Also erhol dich gut und komm mich mal im Shop besuchen wenn du Zeit hast. Oder Montags zu Lauftreff. Liebe Grüsse FLOw

  • @edit: „schneller“ als die beste Frau sollte es heißen.
    Ja, ich war ganz nah dran. Bis KM39 kurz vor den 2:59 Pacern gelaufen und dann kassieren die mich am Ende ein… Nächstes Mal muss eine vernünftige Vorbereitung her. Trainingsplan von Canova, 40 Km Läufe mit nur einem Stück Brot und danach ein leckeres Blumenkohlcurry 🙂 Bist Du die Woche mittags da , dann komme ich mal euch vorbei und schaue mir den Laden mal an.
    PS: Auf den Bildern siehst Du Prefontaine immer ähnlicher…

    Liebe Grüße zurück

  • DNF ist einfach keine Option. Das gilt natürlich nicht für Verletzungen, aber dafür bist du ja lang genug im „Geschäft“, das zu unterscheiden. Und jedes schlechte Rennen ist zumindest dafür gut, seine Schlüsse ziehen und die Vorbereitung zu analysieren (oder einfach nur die letzten Tage vor dem Rennen). Nur wer weiter durchzieht, ohne zu kneifen hat auch was gelernt und mitgenommen. Und Festhalle ist einfach geil, ob mit positiven oder negativen Gesichtsentgleisungen.

  • Trotzdem gutes Rennen, Kopf hoch! Nächstes mal wird’s bestimmt wieder besser.
    Was du beschreibst, wie es dir ergangen ist, ist jedem mit mehr als einem Marathon auf dem Buckel sicher auch schon ergangen. Und wie Micha schon schreibt: Aufgeben ist keine Option. Den kleinen Mann mit dem großen Hammer zu besiegen ist immer viel mehr Wert, als ein PBZ. Und wenn man dann an ihm in Ffm vorbei läuft … 😉
    Und andererseits wäre es doch auch irgendwie langweilig, wenn immer alles beim ersten Mal klappt 🙂

  • H.W.Neuschwander

    Du sagst es richtig, dass Spass das wichtigste an allen Dingen ist, welche man tut! Mach weiter das, was dich glücklich macht. Ich bin sehr stolz auf dich und stehe immer hinter dir.
    Dein Papa

  • Bei mir hat es auch nicht so geklappt, wie gewünscht. Allerdings bin ich in ganz anderen Spähren unterwegs. Wann ist noch mal Eurer Lauftreff und was lauft Ihr da so? Kann ich mich da anschliessen?

    • Hey. Klar kannst du dich anschliessen. Wir laufen jeden Montag um 19:30 Uhr vor dem Frankfurter Laufshop los. Gemütliche Gruppen meistens 3. 5:00 er Schnitt, 5:30 und 6:00- 6:30 er Schnitt. Lg FLOw

  • Da können wir uns die Hände reichen..bis ca. 32km sah alles nach 2:51-2:52 aus und danach kamen die Wadenkrämpfe. Echt brutal. Bei jedem Verpflegungsstand angehalten und versucht es irgendwie über die Bühne zu bringen, sodass es wenigstens für 2:57 gereicht hat. Schön das du durchgezogen hast!! Akkus laden und beim nächsten mal hauste wieder einen raus, da bin ich mir sicher..

    Gruß
    Andi

    PS: Die neue Weltrekordzeit in der Bier-Meile wird dich sehr vertrösten 😉

  • Schöner Bericht! Ich habe ich in der App mitgefiebert und steigenden 5er Durchschnittszeiten mit einem weinenden Auge wahrgenommen. Nach NY rufe ich Dich endlich einmal an, damit wir mal das geplante Training machen können. Du bist zwar jetzt weiter weg, aber dann laufen wir eben am Main statt an der Mosel!

    Liebe Grüße

    Heiko

  • Das kommt mir sehr bekannt vor.
    Guckst du hier 😜

    http://www.funrunner.wordpress.com

    Da gings mir am Samstag über 50 km ähnlich.
    Gute Erholung.

    Gruß Rainer

  • Krasse Leistung & geile Bilder!

  • Krasser Typ! Bist jetzt mein neues Vorbild für den Lauf nächstes Jahr in Mainz 😀 Glückwunsch auch von mir zu deiner Zielzeit! 🙂

  • Pingback: BMW Frankfurt Marathon 2014 | Katrin goes Triathlon

  • Hey Flo,

    Glückwunsch zum Finish. Auch wenn es nicht ganz deinen Vorstellungen entsprochen hat, war es sicher ein tolles Rennen und eine Pause hast du dir auf jeden Fall verdient.

    Bei dem Satz „…nur noch 4:00 min./km lief…“ wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll! 😉

    Gute Regeneration und viele Grüße aus den Bergen

    Steve

  • Hallo Florian,
    mir ging es ähnlich wie dir, natürlich in ganz anderen Zeitbereichen. Ich wollte meine Zeit von 3:10 verbessern und bin letztendlich in 3:18 durchgekommen. Den Krampf hatte ich zwar nicht im Marathon bekommen, dafür aber schon in der Nacht zuvor in der rechten Wade, mein rechtes Bein konnte ich danach nicht mehr komplett durchstrecken. Ab Kilometer 10 kamen freundlicher Weise noch Seitenstiche für etwa 20 Minuten dazu. Aber ich will jetzt nicht behaupten, dass ich sonst auf jeden Fall meine neue Bestzeit gelaufen wäre.
    Es war einfach nicht mein Tag. Aber am Ende ist man dann ja doch ganz froh, durchgelaufen zu sein.
    Immerhin bin ich gerade bei der Siegerehrung von Mona Stockhecke und Arne Gabius in der Festhalle ankgekommen, so dass ich bei meinem Elauf Konfettiregen bekam 🙂

    • Hey. Ja trotzdem super, dass du auch gefinsht hast. Ist doch ein gutes Gefühl, obwohl man seine Zielzeit verfehlt hat. Beim nächsten mal wirds dann umso besser. Lg und gute Erholung. FLOw

  • Sauber Flo, wäre ein Traum so eine Zeit zu laufen! Bleib am Ball, weiter so!!

  • Danke für den Bericht. Solche Tage gehören dazu.
    „It’s supposed to be hard. If it wasn’t hard, everyone would do it. The hard is what makes it great.“

  • Hey Florian,
    toller & knackiger Bericht!
    Bleib einfach dran! – Wenn der Meb Keflizighi mit fast 40 noch richtig jut am Start ist, kommt bei dir sicher auch nochmal n. 2. Fühling, oder wie man das nennt haha

    Bester Gruß
    Sören # keeponrunning dude!

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