112 km für den guten Zweck

Hospizlauf 2014.

Ein tolles Event. Es hat wirklich Spass gemacht.

Um 12 Uhr startete der Lauf am Deutschen Eck in Koblenz.

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Es waren von Anfang an viele Läufer dabei.

Ich unterhielt mich gemütlich mit vielen Läufern und die Stimmung war einfach super.

So soll es auch sein. Das Tempo war wie vorher schon angekündigt fast exakt 6:30 min./km.

Tolle Arbeit der vorlaufenden Tempoläufer!

Ich fühlte mich schon ganz gut.

Aber nach ca. 20 km merkte ich schon, dass das Tempo doch ungewohnt langsam für mich war und ich spürte schon meinen linken Oberschenkel und das Knie.

Ich hätte nie gedacht, dass ein so langsames Tempo so wehtun kann.

Aber egal… einfach mal weiterlaufen… der Lauf war ja für einen guten Zweck, also wollte ich so weit kommen wie es geht und so viel Spenden sammeln wie möglich.

Die kurzen Pausen alle ca. 10 km waren auch ungewohnt. Und dann war das weiterlaufen nach ca. 5 – 6 min. auch nicht ganz so einfach. Man kommt doch ziemlich aus dem Rhythmus.

Bei Kilometer 40 wusste ich dann eigentlich schon, dass es leider nicht mehr für die ganzen 200 km reichen wird.

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Die Stimmung war echt ausgelassen und super und das Wetter spielte auch mit. Kein Regen oder Gewitter wie eigentlich gemeldet. Es wurde sogar noch richtig heiss und die Sonne knallte auch noch runter.

Ich überlegte schon nach 50 – 60 km rauszugehen und eine Pause einzulegen, aber nach jeder kurzen Pause lief ich doch wieder weiter.

Also versuchte ich mich abzulenken und unterhielt mich immer wieder mit anderen sehr netten Läufern.

Es kamen ja immer wieder neue Leute dazu, was echt interessant war.

Jeder unterstützte mich und fragte mich wie es mir geht. Leider musste ich immer wieder sagen, dass ich echt nicht mehr rund laufen kann und meine Oberschenkelmuskulatur doch schon ziemlich zu ist.

Kurz vor Zell bei 88 km (wo 20 min. Pause geplant war) sagte ich allen bescheid, dass ich versuchen will durch meinen eigenen Schritt wieder ein bischen lockerer zu werden.

Ich lief dann ca. 8 km im 4:00 – 4:10 er Schnitt und das ging dann echt noch ohne Probleme und fühlte sich noch richtig gut an.

Ich hatte dann in Zell 30 min. Pause und hoffte wieder einigermassen zu regenerieren, aber leider war das weiterlaufen nach einer halben Stunde doch richtig hart !

Ich setzte mir das Ziel wenigstens die 100 km voll zu machen. Mein Freund Frank Ferring begleitete mich ab Zell, nur musste ich ihm leider mitteilen, dass ich einfach muskulär fertig bin. Hüfte, Oberschenkel und Knie waren einfach viel zu sehr belastet.

Es hätte keinen Sinn gemacht noch weiterzulaufen. Also kämpfte ich mich noch bis genau 100 km und stieg dann aus.

Danke an dieser Stelle nochmal an alle, die für mich was gespendet haben !!!

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Wir fuhren nach Hause und nach 5 h Schlaf ging es dann wieder nach Schweich, wo Frank noch die letzten 2 Etappen mitlaufen wollte.

Für mich war eigentlich nur die letzte Etappe von ca. 7 km geplant. Alles tat so weh. Aber ich lief dann doch noch von Schweich die letzten 12 km bis zum Ziel am Hospizhaus in Trier. So viele bekannte Gesichter, da konnte ich einfach nicht nein sagen, obwohl ich teilweise echt auch schnell walken musste.

Ich hätte nie gedacht, dass ein 6:30 er Schnitt so wehtun kann.

Aber wieder bin ich um eine neue und schöne Erfahrung reicher.

Der Zieleinlauf war echt genial.

Seht selbst:

P.S. Und Deutschland wird heute Weltmeister ! Das Fähnchen habe ich bei ca. Kilometer 40 gefunden und wollte es dann bis nach Trier ins Ziel tragen. Das muss irgendwie Glück bringen! 🙂

Ich hoffe ich regeneriere schnell und kann euch bald wieder was neues über ein nettes Läufchen erzählen!

Bis bald

euer

FLO

8 Kommentare

  • Hey, erstmal Glückwunsch, 100km sind doch schon mehr als nur eine Leistung 😉 Ich kann das verstehen, wenn man nicht in der Pace laufen kann, die man gewohnt ist. Das kann schon mal aus dem Tritt bringen und gerade das langsame Laufen kann extrem anstrengend werden.

    Warum ich hier eigentlich kommentiere: du beschreibst exakt die gleichen muskulären Probleme die ich nun schon seit her 5 Monaten mit mir herumschleppe: es fing im unteren Rücken an, ging ins Bein über, manifestierte sich dort und schließlich fing es an zu blockieren, immer mehr und letzten Endes schon nach 500m. Ich bin das die ersten Monate überlaufen, aber es wurde nicht besser. Ich fing an Schmerzmittel zu nehmen, kürzer zu treten und wieder zu laufen sobald es besser wurde. Es wurde aber nicht besser, sondern immer schlimmer. Ich lief sogar noch einen HM mit und danach ging ich an Krücken und an diesem Tag kam ich innerhalb der Wohnung nicht mal einen cm vorwärts, weil ich kein Gramm Gewicht auf mein linkes Bein lagern konnte. Nachts war es auch die Hölle. Nach unzähligen Ärzten, Orthopäden und Physiotherapeuten, die alles nur verschlimmbessert hatten, bin ich jetzt wieder back to the roots – bei der Triggerpunkttherapie angelangt.

    Hattest du sowas schon öfter? Ich kann mir da nicht mehr richtig helfen.. Momentan schaffe ich mit ach und krach, dank der Triggerbehandlung, wieder 5-7km aber eben absolut nicht schmerzfrei und schon gar nicht auf Asphalt. Und das ist echt traurig. Fahre sonst nur noch MTB wie verrückt und mache Krafttraining um mich auszulasten. Ist echt hart, denn Laufen ist was sehr emotionales für mich..

    LG, Jamie 🙂

    • Hey. Mist. Das hört sich ja nicht so gut an. Ich hatte das schon einmal. Das war dann das sogenannte Läuferknie. Tut im Knie weh, aber der Ursprung kommt eigentlich aus der Hüfte bzw. Pomuskel und den Oberschenkel runter. Die Muskulatur war einfach so zu. Ein guter Physio hat mir die dann wieder frei massiert. Tat sehr weh, aber hat geholfen. Auch Triggerpunkt hat er gemacht. Dann ging es bei mir wieder. Könnte bei dir auch vom Nerv kommen wie sich das anhört. Echt eine grosse scheisse. Geh mal zu Jan Woysch im Saarland. Der hat das damals bei mir wegbekommen. Liebe Grüße FLO

      • Hi, danke für deine Antwort 😉 Aber ich glaube, ich habe die Lösung seit Sonntag selbst gefunden. Oder zumindest eine Erklärung. Habe mir nämlich den Beckenring gebrochen..die ganze Story findest du auf meinem Blog. Die Schmerzen die ich jetzt habe sind nämlich, bis auf die Intensität, absolut identisch mit denen die ich die ganze Zeit hatte. Deshalb konnte sie niemand auslösen und wurden bei Erschütterungen wie dem Laufen schlimmer. Und begannen auch bei einem Sturz im Februar. Dann noch zwei Mal drauf gefallen und jetzt ist es halt durch. Man hätte nur mal röntgen müssen.. >.<

        LG,
        Jamie

      • Krass. Dann mal alles alles gute. Erhol dich gut ! Lg FLO

  • Sehr interessant, dass so ein spitzuensportler wie Du mit der Langsamkeit Probleme hat. Aber im 4er Schnitt wäre das sicher auch nichts geworden mit den 200 Kilometern. Meine Hochachtung vor Deiner Leistung. Guten Start in Frankfurt! Ich hoffe, Du bist beim Hospizlauf 2015 wieder dabei.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

  • Ich sah Deinen Schnitt auf FB un dachte das wird hart. Aber sowas muss man immer mit sich selbst abmachen. Aber mal eben einen 100er raushauen ist ja auch okay 🙂
    Und einen 200er läufst Du dann einfach mal in Deinem Tempo, da kommt dann zwar keiner mehr mit, aber was solls…
    Gute Besserung bzw. Regeneration nach so einem Lauf.

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